Samstag, 6. September 2008BiologieversagerIch würde behaupten, dass ich im naturwissenschaftlichen Gebiet relativ gebildet bin (Betonung auf relativ). Ich weiß was die Heisenbergsche Unschärferelation ist, Schrödinger ist nicht neues für mich. Ich habe zumindest eine Idee, was ein Hybrid-Orbital ist und weiß, warum die Divergenz einer Rotation eines Vektorfelds immer gleich Null ist. Wenn es um Biologie geht, bin ich allerdings leider ein kompletter Vollidiot. Das schlaueste was mir in diesem Bereich im Moment einfällt ist, dass der Mensch etwa 25.000 Gene hat. Fragt mich nicht warum. Vorgestern habe ich mit einen ganz ordentlichen Teil meines Daumens beim Kochen abgesäbelt. Soweit ich weiß, wächst die Haut wieder soweit nach, dass der Fingerabdruck wieder genau so aussieht wie vorher. Ich wüsste zu gern warum das so ist. Aber ich weiß nicht einmal nach welchen Stichworten ich googlen muss. Wenn ich nur 1000 Jahre früher leben würde, da war das Wissen noch begrenzt genug, dass man in einer Lebenszeit alles lernen konnte. Auf der anderen Seite gab es da auch noch keine Computer. Aber warum mein Fingerabdruck immer wieder nachwächst weiß ich trotzdem nicht. Freitag, 29. August 2008I should cut back on my pythonIch liebe ja Python. Es ist so eine schöne Sprache, die einen sofort zum Einrücken zwingt. Die Libraries sind großartig und umfangreich. Aber! Und das ist ein großes "Aber". Die Geschwindigkeit. Ich habe gerade einen Algorithmus implementiert, der vor allem aus langen Schleifen und Modulo-Rechnungen besteht. Laufzeit Java: 10 Sekunden auf meinem Dual Core. Laufzeit Python: 5 Minuten 30. 5 Minuten 30! 33-Mal langsamer als Java. Vielleicht sollte ich mich wieder anderen Programmiersprachen zuwenden. Interessantes Detail am Rande: Die neuen Java 5-for-Schleifen ( for(int i : somearray)) sind 2-3% langsamer als die klassischen Schleifen (for(int i=0;i<=somearray.length;i++)) Kleiner Nachtrag: Ich habe das ganze nochmal aus Interesse in C geschrieben (und glaubt mir, die Methode ist simpel genug, dass man das 1:1 übersetzen kann). Das Ergebnis: 11 Sekunden. Ich bleibe fürs Erste bei Java.
I should cut back on my python Geschrieben von Turing
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12:58
Kommentare (0) Trackbacks (0) Montag, 26. Mai 2008Folding@homeTja Stanford, Folding@home ist ja im Prinzip eine gute Idee. Und seit ein paar Tagen droht meinem Computer auch kein plötzlicher Hitzetod mehr, also hätte ich ein bischen Dual Core Idle-Zeit zu verbraten. Aber DEN Scheiß könnt ihr euch an den Hut stecken.
Donnerstag, 15. Mai 2008BorlandDies ist ein kleiner Nachruf. Mein erster Computer war ein 286er, da gab es nicht viel mehr als Assembler und die DOS-Stapelverarbeitung. Assembler war mir noch deutlich zu schwer, also beschränkte ich mich darauf, kleine Startscripte zu entwerfen, mit denen man genau so viel "konventionellen Speicher" zusammen bekommt, dass ein bestimmtes Spiel startet. Klassisch hatten Computer genau 640kb RAM. Programme, die vom Betriebssystem geladen wurden, belegten Teile dieses Speichers. Auch Maus- und Soundkartentreiber brauchten konventionellen Speicher, so dass Spiele oft nicht genug davon vorfanden, um überhaupt zu starten. In Erinnerung bliebt mir in der Hinsicht das Spiel "Aces over Europe", das so viel konventionellen Speicher benötigte, dass selbst ein hochgefahrener Computer ohne irgendwelche geladene Treiber den Start verweigerte. Ich weiß bis heute nicht, wie man 620k lower RAM realisieren soll. Insbesondere benötigten die meisten, neueren Spiele auch noch "erweiterten" Speicher. Das ist Speicher, der außerhalb der 640k adressiert werden kann, und dieser konnte entweder "XMS" oder "EMS" Speicher sein. Der Treiber, der diesen erweiterten Speicher nutzen kann, benötigte natürlich nochmal locker 40k konventionellen Speicher, was die Sache nur erschwerte. Aber das wollte ich gar nicht erzählen, ich schweife ab. Mein Vater ist "Nachrichtentechniker", also so eine Art Vorläufer des Informatikers. Er hat mir als erstes BASIC gezeigt, das war dann meine erste echte Programmiersprache. Später kam dann QBASIC, was vor allem die revolutionäre Neuerung besaß, dass man keine Zeilennummern mehr angeben musste, um den Programmfluss zu steuern. Die Dokumentation war immer noch in der IDE versteckt und leider auf Englisch, was in dem Alter nur mithilfe eines Wörterbuchs zumindest halbwegs zu erschließen war. Zu dem Zeitpunkt hatte ich die architektonischen Feinheiten eines Computers alles andere als durchschaut. Als mir mein Vater irgendwann "Turbo Pascal 5" schenkte, war ich vor allem verwirrt. Ich las die Dokumentation und verwirrte mich nur noch mehr. Was sollte z.B. ein Compiler oder ein Coprozessor sein? QBASIC war ein Interpreter, die Programme wurden als Text gespeichert und als solches ausgeführt. Wieso würde irgend jemand den ganzen Quatsch in eine andere, viel kompliziertere Sprache umwandeln wollen? Es dauerte zugegebenermaßen eine ganze Weile, bis ich den konzeptionellen Unterschied zwischen BASIC und Pascal begriff. Aber danach war es um mich geschehen. Externe Libraries, Maschinencode, prozedurale Programmierung, Rückgabewerte und Typisierung. Fantastisch. Schöne neue Welt. Jahrelang programmierte ich in Pascal sinnloses Zeug vor mich hin. Der Höhepunkt war so eine Art Hütchenspiel mit Intrografik und Highscoresystem. Nichts spektakuläres, aber ich war trotzdem stolz, den DOS-Text-Modus überwunden zu haben. Ohne wirklich zu begreifen, was ein Compiler genau tut, wechselte ich irgendwann kurz zu C, bekam irgendwas von einem gewissen C++ mit, dann bekam ich irgendwoher ein Buch über die allererste Version von Java. Zu dem Zeitpunkt habe ich Java vor allem mit Java-Applets identifiziert. Entsprechend war mir damals nicht ganz klar, warum Java die "action" Methode automatisch aufruft, woher wüsste das Programm, welche Methode die Programmlogik beinhaltet? Verwirrend. Nachdem ich zumindest konzeptionell begriffen hatte, was Middleware ist und dass Applets nicht identisch mit dem Begriff "Java" sind, wurde ich skeptisch. Ein Programm, dass ein Programm in eine fremde Sprache übersetzt? Und diese Sprache wird dann von einem wiederum anderen Programm in so etwas wie Assembler übersetzt und ausgeführt? Ich wandte mich wieder C++ zu. C++ war verwirrender als alles andere. Header-Files? Klassen? Die hatte ich bei Java relativ erfolgreich umschifft und benutzte sie maximal als bessere Structs (was viele heute noch machen). Aber gut, ich war bereit mich weiter zu entwickeln und habe die Grenzen der prozeduralen Arbeitsweise durchaus kennen gelernt. Sofort suchte ich nach IDE-Alternativen und fand vor allem Visual C++ von Microsoft und das gute alte Borland, diesmal mit dem "C++ Builder 5". Beides bot eine Art Wrapper über die unsägliche W32-API (was ich damals natürlich nie so bezeichnet hätte). Visual C++ hatte da die MFC zu bieten, Boland konnte mit VCL aufwarten. "Gut zu wissen", dachte ich schulterzuckend und schaute mir die IDEs selber an. Wo so oft schaffte es Microsoft nicht, mich vom Hocker zu hauen. Die IDE war okay, aber dann erblickte ich die API, die ich eigentlich gerade möglichst vermeiden wollte: "int WINAPI WinMain(HINSTANCE hInstance,HINSTANCE hPrevInstance,LPSTR lpCmdLine,int nCmdShow)". Yuck. Also Borland. Version 5 besorgt, installiert, gestartet. Hmm, Schaltflächen, die man einfach auf ein Formular zieht? Ein grüner Pfeil, mit dem man das Programm starten kann? Ohne auch nur einmal eine Zeile Code gesehen zu haben? Sold! Dabei konnte es natürlich nicht bleiben, ich beschäftigte mich mit der VCL, lernte die Libraries fast auswendig, erweiterte Widgets dass es eine Freude war. Endlich hatte ich meine programmiertechnische Heimat gefunden, die mir die nervigen Low-Level-Sachen abnahm, aber den Programmierer dabei nicht einschränkt. Viele schöne Borland-Jahre sollten folgen. Irgendwann hatte ich genug von Windows und wechselte zu Linux. Das ist wieder ein anderes Thema, aber Borland war ab da natürlich raus. Heute sind Makefiles (möglichst ohne autotools) meine Freunde und mit Low-Level habe ich mich auch angefreundet. Aber was ist aus Borland geworden? Nun ja, Microsoft dominierte den Markt mal wieder mit seiner verschissenen Monopolstellung. Borland benannte sich um, und wieder zurück, ließ Innovationen aber vermissen. Technisch gesehen zog Microsoft nach und verdrängte den einstigen Konkurrenten endgültig. Letzte Woche hat Borland seine IDE-Sparte endgültig verkauft. Und auch wenn das vielleicht ein wenig affig klingt: Mich macht das schon ein bischen traurig. Donnerstag, 17. April 2008CrysisJa, Games mal wieder.. Crytek heult kraftig, weil die fiesen Raubkopierer mal wieder hart arbeitenden Entwicklern aus lauter Böswilligkeit das Leben kaputt machen. Lächerlich. Crysis kostet 60€ und ist ansonsten ein ganz normaler 08/15 Shooter mit besserer Grafik. Ich persönlich würde sowas ja nicht mehr für 10€ kaufen, es ist einfach alles Innovationspotential für diese uralte und schon von Anfang an tödlich langweilige Idee raus. Man kann die Dinge eben nicht ohne Ende ziehen, irgendwann ist das Ding tot. Warum waren "Die Sims", "Black&White" oder "Warcraft" wohl so ein Erfolg? Weil es das vorher nicht gab und viel breitere Zielgruppen anspricht als 14-jährige mit Egoproblemen. (Natürlich gibt es auch ein paar normale Erwachsene, aber ihr wollt mir doch nicht erzählen, dass das die Zielgruppe ist?) Aber das ist nicht das größte Problem bei Crysis, sondern die Hardwareanforderungen. Wenn man ein Spiel programmiert, bei dem 80% der normalen Rechner sich schon bei dem Intro japsend fragen, welche Wahnvorstellungen der Spieler wohl haben muss, braucht man sich nicht über schlechte Verkaufszahlen wundern. Lastwagenfabrikanten wundern sich auch nicht über vergleichsweise niedrige Stückzahlen, trotz der vielen PS. Manche Dinge brauchen nur wenige, und schon gar nicht wenn man dafür einen neuen Vielleicht sind wir Gamer auch nur zu undurchschaubar, deshalb hier meine einfachen Regeln für Hitspiele: 1) Gute, neue Spielidee entwickeln (K-E-I-N Shooter!) 2) Regelwerk durchdenken (Spiele so dumm zu machen, dass selbst der beschränkteste Ami noch damit klar kommt funktioniert nicht.) 3) Interface! Das Interface! (Nicht die Grafik! Scheiß auf die Grafik. Responsiveness. Schnelle Erreichbarkeit der wichtigsten Funktionen. Übersichtlichkeit. Steuerung. Ladezeiten. Oh mein Gott, die Ladezeiten! "The Witcher", du bist gemeint.) 4) Und dann das wichtigste: Der Kunde muss das Spiel auch spielen können. Zumindest darf er nicht gezwungen werden, einen Kredit für einen neuen Rechner aufzunehmen. Das machen Kunden nicht so gerne. Finde ich gar nicht soooo schwer, die Regeln. So klappts auch mit dem Gamer. Freitag, 11. April 2008Billiger geht's wohl nicht..Eigentlich wollte ich ja nicht, dass das hier so eins von diesen "Things-that-piss-me-off"-Blogs wird, aber entweder wird die Welt immer abgefuckter oder ich werde dünnhäutiger. Diemal geht es um "Rock Band". Das ist ein Spiel für die Xbox, das änlich wie "Guitar Hero" ein paar neue Controller mitliefert und wo man dann Punkte sammelt, indem man zum richtigen Zeipukt diese Instrumente bedient. So gibt es ein Mikrofon, einen Gitarrencontroller und ein Drum-Set. Gut, kein Problem. Diese Spiele machen Spaß und haben Berechtigung. Nun ist es ja so, dass man in Europa generell für Unterhaltungselektronik den Dollar-Preis in Euro umrechnen muss. 100$ werden in 100€ umgewandelt, ungeachtet des Umrechnungskurses. Das alleine ist eine kaum hinzunehmende Frechheit. Aber geschenkt. Die Entwickler von Rock Band fanden es hingegen gerechtfertigt, den Preis für ein komplettes Spiel für den europäischen Markt zu verdoppeln. In den USA kostet das Spiel zusammen mit allen drei Controllern 170$. In Europa kosten die drei Instrumente 170€ - ohne Spiel. Für das Spiel alleine bezahlt man noch einmal 70€ nur für die Software, ingesamt legt man also 240€ oder 380$ auf den Tisch, eine 220%ige Verteuerung. Und dann erst diese
Selbst wenn ich jeden einzelnen Controller in einem Paket einmal rund um die Welt schicke, kostet das keine 210$, da muss also noch mehr sein. Behold!
Das ist natürlich vorher nie da gewesene Bürde, für jedes Land eine eigene Anleitung schreiben zu müssen.
Ah, man lässt den Scheiß also billig in China basteln und schraubt die Preise dann hoch, weil China so weit weg ist? What - the - fuck? Und die USA teilen jetzt auch nicht gerade eine Grenze mit China.
Doch doch, so läuft das in der Regel. Wenn der Kunde nicht bereit ist den Preis zu zahlen, dann kauft er das Produkt nicht. Und dann geht der Anbieter mit dem Preis runter. Siehe Playstation 3. Marktwirtschaft und so. Anders formuliert: Ihr glaubt vielleicht, dass Rock Band den Preis rechtfertigt, der dafür verlangt wird, und das ist euer gutes Recht. Aber der Kunde wird euch nicht auf magische Weise den überteuerten Scheiß abkaufen, nur weil ihr euch das so wünscht. Es geht mir echt nicht in den Kopf, wie dumm sich diese Firma verhält und nicht einmal Fehler eingesteht. Bonusread: 10 Gründe warum Rock Band in Europa 240€ kostet
Billiger geht's wohl nicht.. Geschrieben von Turing
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Kommentare (0) Trackbacks (0) Mittwoch, 2. April 2008OOXML ist ISO-StandardEines der widerlichsten Lehrstücke in Sachen Lobbyismus, Korruption und Monopolmissbrauch ist vorbei. Microsoft hat mal wieder seinen Willen bekommen. Und weil solche Schweinereien vor allem deswegen passieren, weil es den durchschnittlichen Nicht-Techniker und die Öffentlichkeit einen Scheißdreck interessiert, erkläre ich mal, was überhaupt los war. Bei den bisherigen Microsoft Office-Versionen konnte man ja vor allem im .doc Format speichern. Das ist ein Format, das Microsoft erfunden hat, und weil Microsoft traditionell ein Arschloch ist, wurden die Spezifikationen nicht veröffentlicht. Das bedeutet, dass andere Programme nicht einfach so ebenfalls im .doc Format speichern können, weil niemand genau weiß, wie man den Text genau abspeichern muss damit Word es auch lesen kann. Das wiederum bedeutet, dass Word keine ernsthaften Konkurrenten befürchten braucht, denn Office ist Quasi-Standard und damit auch .doc. Wenn sich eine Firma entschließen würde, z.B. OpenOffice einzusetzen, muss man mit den ganzen .doc klar kommen, die einem die Geschäftspartner schicken. Das geht aber wie gesagt nur schwierig, weil nur Microsoft weiß wie genau .docs aufgebaut sind. So hat Microsoft jahrelang ihr Monopol im Office Bereich aufrecht erhalten, obwohl OpenOffice ein würdiger Konkurrent ist, aber eben gezwungenermaßen nicht 100% mit Microsoft kompatibel sein kann. Jetzt sind einige Jahre vergangen, und die Zeichen stehen auf XML. Das ist vielleicht so etwas wie die Karosserie beim Auto, so eine Art Hülle. Was drin ist, muss jeder Hersteller selbst bestimmen, aber die grundlegende Form wird von XML bestimmt. Damit so eine Scheiße wie bei .doc nicht schon wieder passiert, hat die Welt sich überlegt, dass ein einheitlicher Office-Standard nötig wäre. Man setzte also ein Komitee zusammen, das den Standard ODF entwickelte. ODF ist insbesondere ein offener Standard, d.h. jeder kann ihn einsehen und sein Office-Programm so programmieren, dass Dokumente unter allen Programmen austauschbar sind. Auch Microsoft. Aber das mochte Redmond natürlich überhaupt nicht. Wenn jeder das weitläufig benutzte Office-Format implementieren könnte, würden vielleicht einige Leute darauf kommen, dass man keine hunderte Euro mehr für MS Office ausgeben muss. Firma A könnte mit OpenOffice die durch MS Office erstellte ODF Datei von Firma B ohne Probleme lesen. Welch schreckliche Vorstellung. Also erfand Microsoft den völlig überflüssigen Standard "Office Open XML", kurz OOXML. Von dem Fakt, dass es bereits einen funktionierenden Standard für genau das gleiche gibt, ließ sich niemand beeindrucken. Und Microsofts Standard war noch nicht einmal gut, geschweige denn offen. Zum Beispiel benutzt OOXML ein von Microsoft entwickeltes Format zur Darstellung von mathematischen Formeln anstatt dem offenen MathML. Das ist wiederum ein geschlossener Standard, Konkurrenten könnten deshalb die Unterstützung für Mathematik in OOXML nur teilweise implementieren. Es gibt noch ein Dutzend ähnliche Beispiele, wo bestimmte Dinge nur von Microsoft gewusst werden können. Schon alleine deswegen ist OOXML von niemandem ausser MS programmierbar, aber auch alleine die 6000(!) Seiten, die OOXML ausmachen, stellen sicher, dass nur äußerst finanzstarke Firmen überhaupt die Ressourcen für eine Implementation aufbringen können. Es ist unübersehbar: Microsoft versteckt sich hinter dem Deckmantel der Offenheit, hat aber gleichzeitig Trittfallen versteckt, die die Monopolstellung sichern sollen. Mal ganz abgesehen von all den Patenten, die Microsoft aller Wahrscheinlichkeit nach auf OOXML hat und im Zweifelsfall alle Konkurrenten kaputtklagen könnte. Also rief Microsoft das ISO-Komitee an und brachte sein Format in einem fairen Verfahren durch, wie es alle anderen zu standardisierenden Dinge auch durchlaufen müssen. Hört sich nicht nach Microsoft an? Ist so auch nicht passiert. Stattdessen meldeten sich plötzlich dutzende kleinere und größere Staaten an, um eine Stimme bei ISO zu bekommen, obwohl sie früher kein Interesse daran hatten. Mit Hilfe dieser Staaten gelang es Microsoft, OOXML auf den sog. "Fast Track" zu bekommen, was vor allem bedeutet, dass alle Länder weniger Zeit haben um den Standard überhaupt zu lesen, geschweige denn technisch zu bewerten. Um OOXML zum Standard zu machen, waren nur noch zwei Dinge nötig. Im ISO gibt es zwei Arten von Mitgliedern, die Permanent-Staaten (P) und die Observer-Staaten (O). Um einen Standard durch zu bekommen, müssen 2/3 aller P-Staaten mit "Ja" stimmen und nicht mehr als 25% aller P- und O-Staaten dürfen ablehnen. Die zweite Hürde war bereits relativ sicher übersprungen, denn die ganzen Neuanmeldungen waren O-Staaten und irgendwie waren die allesamt Pro-Microsoft. Damit mussten nur noch ein paar P-Staaten "überzeugt" werden. Und das ist letztlich auch noch gelungen - mit den haarsträubendsten Taktiken. Als schlimmstes Beispiel kann Norwegen gelten, wo in der internen Abstimmung 80% mit Nein stimmten, ein paar Leute mit vorgefertigten Meinungen aber mit Tricks, Kniffen und Formalitäten doch ein Ja an die ISO meldeten. Aber auch Deutschland hat sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert, als bei der Abstimmung nur "Ja" und "Enthaltung" wählbar waren. Mit welchem kaputten Blödsinn die Befürworter argumentieren um das Offensichtliche irgendwie zu rechtfertigen, sieht man ganz gut an der Begründung der Norweger für ihr Ja:
Auf Deutsch: Der Standard ist scheiße und kaputt, deshalb müssen wir ihn ganz schnell durchwinken, damit Microsoft ihn verbessern kann. Wer hier nach irgendeiner versteckten Logik sucht, tut das vergebens. Natürlich würde ich nie, nie, niemals irgendjemandem Korruption vorwerfen, denn das wäre ja kriminell. Ich bin einfach nur wahnsinnig enttäuscht, dass im Zweifel die schmutzigen Taktiken immer gewinnen. Weiteres Lesematerial: Norway asks to suspend its 'Yes' vote on OOXML Microsoft guns Open XML onto ISO fast track ISO kürt Microsofts Dokumentenformat OOXML offiziell zum Standard (siehe auch die ganzen Links am Ende der Meldung) Montag, 17. März 2008Ganz schön knappIch habe mir einen neuen Laptop gekauft, einen Lenovo 3000 N200. Nachdem ich das vorinstallierte Vista ungefähr zwei Minuten ausprobiert habe, kam direkt Ubuntu drauf. Irgendwann klappte ich mehr aus versehen den Deckel zu, worauf das Ding in den Hibernate-Modus ging. Mit einem aktuellen Ubuntu 7.10 scheint es aber so, dass sich der Lüfter nach dem Hibernate nicht mehr anschaltet, der Laptop wurde in ein paar Minuten viel zu heiß. Zum Glück habe ich es noch rechtzeitig gemerkt, aber die Moral bleibt: Linux bei all diesem Energiespargedöns blind zu vertrauen ist ein Fehler. Ansonsten bin ich aber rundum zufrieden. Tipps zu (Ubuntu) Linux und dem N200 übrigens hier. Donnerstag, 17. Januar 2008Bye GentooHier ist es ja ein bischen ruhiger geworden, aus mehreren Gründen. Zum einen steht eine ziemlich wichtige Klausur kurz bevor, wofür ich viel lernen Außerdem habe ich Gentoo wieder runter geschmissen, nachdem ich gemerkt habe wie desolat die Situation ist. Die Politik zwischen den Leuten war schon immer schwierig, die Distribution war davon aber kaum betroffen. Es gab immer mehr oder weniger genug Techies, die "es einfach getan haben". Inzwischen läuft garnichts mehr. Die letzte KDE 3.5.x Version kommt seit Wochen nicht in portage, von KDE4 wollen wir gar nicht reden. Also habe ich jetzt Source Mage Linux drauf. Als ich Linux zum ersten Mal ausprobiert habe, dachte ich "Wow, ganz schön hart damit umzugehen". Dann kam Gentoo, LFS und andere, aber Source Mage ist nochmal eine ganz andere Nummer. Der Paketmanager hat Potential, ist schnell und sauber designt, aber die Packages sind höllisch instabil und miscompilen an allen Ecken und Enden. Aber zunächst steht eben die Klausur an, bis dahin laufen alle anderen Projekte auf Sparflamme. Auch dieses hier. Und jetzt gehe ich in die Bibliothek, zu den anderen frustrierten Studenten mit Schlafproblemen. Donnerstag, 20. Dezember 2007Lieber Herr NintendoMario and Luigi: Partners in Time ist ein schönes Spiel. Ehrlich. Es ist gerade anspruchsvoll genug um zumindest rudimentäre Konzentration aufbringen zu müssen, aber auch nicht zu schwer. Die Grafik ist schön quietschbunt und die Rätsel sind nett, nicht allzu schwer und auch nicht frustrierend. Was nervt, was WIRKLICH NERVT ist diese unfassbare langatmigkeit, die mich bis jetzt noch nie so auf die Palme gebracht hat wie bei diesem Spiel. Die Zwischensequenzen sind zahlreich und lang. Dabei sind die Informationen, die man dabei bekommt fast nie wichtig. Meistens wird etwas erklärt, was man eh schon längst weiß. Schlimmer ist nur noch dieser unfassbar dämliche running Gag, bei dem Luigi immer irgendwas auf die Birne kriegt, Baby-Luigi irgendwo stehen lässt, feige flieht oder vor sich hin stolpert. Das ist schon nach dem ersten Mal langweilig und sogar running Gags müssen einigermaßen überraschend kommen, damit sie zünden. Wenn das Spiel mal wieder von einer langweiligen Zwischensequenz unterbrochen wird und man schon weiß, wo und wann Luigi sich zum Horst macht, spätestens dann ist man zu weit gegangen. In other News: Ich fahre heute oder morgen für den ganzen Weihnachtsquatsch in die Heimat. Das bedeutet vermutlich, dass sich die Postingfrequenz reduzieren wird (ja, NOCH weiter). Samstag, 15. Dezember 2007Wilkommen zurück GentooEs hat nicht sein sollen. Ich bin seit vielen Jahren überzeugter Linux-Nutzer und habe in all den Jahren viele Distibutionen ausprobiert. Hängen geblieben bin ich eines Tages bei Gentoo, was vor allem meine hackerishen Geek-Triebe am ehesten befriedigte. Irgendwann wurde Gentoo dann komisch. Man schaffte das gute alte "emerge -U world" ab, was automatisch alle Pakete auf die neueste Version updatete. Den Grund habe ich irgendwann akzeptiert, denn "-U" bedeutete auch, dass man wegen schwerer Sicherheitsprobleme im Zweifelsfall nicht downgraden konnte. Deshalb musste man ab jetzt "-u" machen und wenn man zwingend die neueste Version wollte, musste man die Kategorie, das Package und das Keyword in die die /etc/portage/package.keywords eintragen. Das war irgendwie blöd, aber wie gesagt nachvollziehbar. Dann irgendwann nahmen die Konflikte zu. Die Pakete kamen sich selbst bei einem angeblich "stabilen" x86 selbst in die Quere und man musste öfters Mal mehrere Stunden mit Fehlerbehebung verbringen. Auch das konnte ich verkraften, dann Gentoo erfordert eben einen gewissen Skill und man darf sich nicht bewschweren wenn man sich auch mal selbst die Hände schmutzig machen muss. Eines Tages musste ich wegen eines Fehlers so weit in die Untiefen von Gentoo eintauchen, dass ich am Ende einen umfassenden Überblick über die tiefsten Inneren des Systems hatte. Ich wollte daraufhin selbst Developer werden und investierte mehrere Wochen, mich auch über die restlichen Teile des Systems zu informieren. Daraufhin engagierte ich mich ein paar Wochen, und lernte die restlichen Developer kennen. Es war ein Sauhaufen. Man warf sich gegenseitig die abstrusesten Dinge vor, jede Nachfrage zog Streit nach sich. Die Leute konnten sich nicht leiden, das Projekt hatte keine Führung und ich wusste schnell, dass ich das nicht wollte. Zudem verschlechterte sich das System immer mehr, bei jedem Sync bekam ich Fehler und ich probierte etwas anderes aus. Debian, Slackware, Sorcerer, Arch und bestimmt noch 2-5 andere Distributionen später versuchte ich Ubuntu. Ich war begeistert. Es funktionierte alles, es war verhältnismäßig schnell und hatte den bewährten Paketmanager von Debian. Ich beunutzte Ubuntu vielleicht 3 Monate lang, dann mutierte meine Installation zu Windows. Plötzliche slowdowns, tausende Tasks im Hintergrund und inakzeptable Ladezeiten. Ich konnte nicht einmal ein Video gucken und dabei ksirtet spielen. Das Video ruckelte zu stark. Gestern schmiss ich Ubuntu runter und installierte Gentoo wieder. Seitdem hatte ich bei einem absolut unspektakulären, angeblich stabilen x86 i686 System fünf Kompilierungsfehler. Ohne X. Seufz. Montag, 3. Dezember 2007Schlechtes Gewissen DeluxeUnfassbar, wieviel Nintendo mit Super Mario Galaxy schon wieder richtig gemacht hat. Ich sollte eigentlich hundert andere Dinge tun, aber kann nicht an mich halten. Scheiß auf Manhunt und Doom, Mario Galaxy ist mehrere Stufen gefährlicher. Übrigens will ich an dieser Stelle kurz erwähnen, dass ich die WoW Werbung mit Mr. T ganz großartig finde. Und das obwohl ich passionierter Werbungs-Hasser bin und weder WoW spiele noch das A-Team gucke oder jemals geguckt habe.
Schlechtes Gewissen Deluxe Geschrieben von Turing
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16:51
Kommentare (0) Trackbacks (0) Mittwoch, 14. November 2007Endlich! Noch mehr Shooter.Werdet ihr da draußen eigentlich nie müde, immer neue Shooter zu spielen? Ich frage das von Gamer zu Gamer. Wird euch das denn verdammt nochmal nie langweilig? Es ist ja jetzt Weihnachten, es ist also Spiele-Saison und die Hersteller überschlagen sich mal wieder mit immer neuen, immer besser aussehenden Shootern, die aber im Grunde nichts anders machen als die geschätzten 6000 baugleichen Spiele. Früher waren es Echtzeit-Strategie Spiele, die im Übermaß auf den Markt schwemmten. Nach Warcraft kamen C&C und Starcraft und ab da kam jeden Monat ein neuer Klon. Das war eine Phase, die hat ziemlich lange gedauert, aber ging vorbei. Heute gibt es nur noch wenige, aber qualitativ hochwertige Echtzeit-Strategie Spiele. Shooter scheinen allerdings kein Trend zu sein, sondern langsam aber sicher den Begriff "Games" zu assimilieren. Wenn man heute einen jüngeren Mensch fragt was er so spielt, ist damit mehr oder weniger impilziert dass ich ja wohl nur über Shooter reden kann. Dabei habe ich keinerlei moralische Probleme mit dieser Art Spielen, nur um das auch nochmal kurz deutlich zu machen. Für mich ist es offensichtlich, dass Shooter maximal verstärkende Wirkung haben. Das heißt, Shooter sind nicht ursächlich für Gewaltausbrüche, sondern eine Veranlagung oder schlechte Erziehung. Spiele oder Gewaltfilme können dann maximal noch einen drauf setzen. Aber was ist denn verdammt nochmal schlecht an den guten alten Wirtschaftssimulationen? Sind die heutzutage zu schwierig? Frühertm musste man bei einem Großteil der Spiele in der Tat denken(!!) um zu gewinnen. Heute kommt mit viel Glück einmal im Jahr ein erwähnenswertes Spiel in diesem Genre raus. In diesem Jahr war es Anno 1503, im nächsten wird es hoffentlich Spore. Erinnert sich noch jemand an Pizza Connection, Theme Park, Detroit oder Railroad Tycoon? Da habe ich teilweise Wochen gebraucht um nicht sofort pleite zu gehen. Da gab es keinen einfachen Einsteig, man musste mit Misserfolgen leben, Denkarbeit war gefordert, keine Reaktionsfähigkeit. Shooter nerven.  Auslöser für diesen kleinen Frustations-Post war übrigens Simcity Societies - ein Spiel das mal wieder so weit idiotisiert wurde, damit man auch möglichst den dümmsten Idioten als Käufer in Erwägung ziehen kann.
Endlich! Noch mehr Shooter. Geschrieben von Turing
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22:08
Kommentare (0) Trackbacks (0) Dienstag, 13. November 2007pythonchallengeEs ist wieder passiert. Ich bin wirklich ein Nerd-Cliché, aber es passiert mir immer wieder, dass mich irgendetwas so fesselt, dass ich nichts anderes mehr tue. Das ist schon nicht mehr mit Ehrgeiz zu erklären, sondern ist Obsession in ihrer reinsten Form. Dieses Mal ist es pythonchallenge.com. Das Ziel ist, auf verschiedenste Art und Weise von einer Seite auf die nächste zu kommen. Dafür muss man versteckte Hinweise finden und zum Teil äußerst obskuren Referenzen folgen. Das hat man schon öfter gesehen, solche Seite laufen normalerweise unter "HackMe". Das besondere hier ist, dass man zur Lösung der meisten Probleme ein Programm in Python schreiben muss. Und zwar wirklich in Python, die Aufgaben sind nämlich so Library-spezifisch, dass man mit Java oder PHP nicht weiter kommt. Und wenn ich etwas super finde, dann sind es sowohl Python, kleine algorithmische Aufgaben und Rätsel und Denkaufgaben. Diese fantastische Seite vereint das alles meisterhaft. Langsam ist ein Ende absehbar. Froh bin ich nicht darüber. Montag, 22. Oktober 2007CooolWie man eine Sphäre mathematisch auf die andere Seite dreht. (via)
Coool Geschrieben von Turing
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07:30
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